Was ist ein gutes Klavier?

E I N G U T E S K L A V I E R . . .

Um es gleich zu sagen: Sicher, es gibt gute gebrauchte Klaviere!
Man sollte aber günstig nicht mit gebraucht verwechseln. Wenn man über gute Klaviere spricht, egal ob neu oder gebraucht, gibt es einige Grundvoraussetzungen zu berücksichtigen.

Mindestvoraussetzungen
Das sind neben einer guten und gleichmässig funktionierenden Mechanik (wichtig für das Spielgefühl - gerade bei einem Anfänger!) ein tragender Klang und eine gute Stimmhaltung (wichtig für Kammerton a und Gehörbildung). Das bedeutet, dass der Resonanzboden und der Stimmstock in Ordnung sein müssen (keine Risse). Die Mechnaik sollte von Haus aus eine präzise Spielkultur gewährleisten, gut reguliert sein und (bei gebrauchten) noch nicht zu sehr abgespielt sein.

Diese Eigenschaften haben gute Klaviere, wenn sie neu sind. Und bei guter Pflege behalten sie diese auch über viele Jahr und Jahrzehnte bei. Solch ein Klavier anzuschaffen - egal ob neu oder gebraucht - ist bestimmt kein Fehler. Diese Klaviere bereiten einem viel Freude, Spielspass und behalten einen hohen Wiederverkaufswert.

Auf dem Klaivermarkt gibt es ein umfangreiches Angebot von neuen und gebrauchten Instrumenten. Namhafte Hersteller, namenlose Exoten und alte Klaviere aus Omas Zeiten.

Zur Orientierung hier ein paar Tips:

- Hersteller, von denen Sie schon einmal etwas gehört haben, sind in der Regel gute Hersteller.
Das sind z.B. YAMAHA, SCHIMMEL, GROTRIAN STEINWEG, STEINWAY & SONS und so weiter.

- Unbekannte Namen sollte man mit Vorsicht geniessen. Oft verbirgt sich dahinter ein billiges Instrument, das ohne Namen aus Billigfabriken (Korea, China, ehemalige Sowjetunion) eingekauft wird. Hier werden diese Instrumente von Händlern, die keine besseren Marken bekommen, beliebig benannt und überteuert verkauft.

- Klaviere aus Omas Zeiten haben zwar oft ein schönes Gehäuse, sind aber als Instrument selten noch zu gebrauchen. Diese Klaviere wurden in unzähliger Stückzahl und unterschiedlicher Qualität von diversen Herstellern und Klavierbauern Anfang letzten Jahrhunderts gebaut. Damals gab es noch andere Holztrocknungs- und Verarbeitungsmethoden. Es gab keine Zentralheizung und keine Isofenster. Während des zweiten Weltkriegs sind viele dieser Klaviere über Jahre nicht ordentlich klimatisiert, geschweige denn gepflegt worden. Diese Klaviere haben in der Regel alle untragbare Mängel (z.B. Risse im Resonanzboden und Stimmstock, keine Stimmhaltung - 1/2 Ton zu tief und völlig ausgespielte Mechaniken. Die Gehäuse sehen zwar schön aus, sind aber eingetrocknet und klappern und rasseln beim Spielen.) Viele dieser Klaivere sind in der Vergangenheit schon öfter mehr oder weniger professionell "generalüberholt" worden. Selbst mit einem relativ hohen Aufwand sind diese Klaivere heute nicht mehr vernünftig und nachhaltig hinzubekommen (vgl. Mindestanforderungen weiter oben).

Denken Sie einmal darüber nach, warum Gebrauchthändler und "Exotenhändler" zwar neue Markenklaviere schlecht reden, aber selbst in Ihren Anzeigen mit genau diesen Markennamen werben. Die beworbenen Klaviere werden Sie dann dort aber selten finden.

Gute Klaviere bringen Spass und werden selten wieder verkauft. Schlechte Klaviere bringen keinen Spass, sind oft überteuert eingekauft worden und werden dann wieder überteuert auf dem Gebrauchtmarkt angeboten.

Gute Gebrauchte finden Sie im qualifizierten Fachhandel. Gute Klaviere werden in der Regel auch gut gepflegt. Das bedeutet auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Käufer, Verkäufer und Klavierstimmer - auch im Falle einer Veräusserung.